Bybit-Transaktionen in Österreich richtig versteuern
Bybit ist eine weltweit genutzte Krypto-Handelsplattform. DYOR.tax ist nicht mit Bybit verbunden oder von Bybit beauftragt.
Besonderheit Bybit: Der CSV-Export ist auf maximal 12 Monate begrenzt. Wer Bybit über mehrere Jahre nutzt, muss den Export mehrfach durchführen und alle Dateien hochladen. Fehlende Vorjahres-Exports führen zu einem falschen gleitenden Durchschnittspreis.
Bybit Easy Earn-Erträge (Flexible Term und Fixed Term) sind in Österreich bei Zufluss grundsätzlich zu prüfen. Der EUR-Wert im Zuflusszeitpunkt gilt als Einkünfte aus Kapitalvermögen und gleichzeitig als Anschaffungskosten. Klassische Staking-Erträge sind hingegen im Erhaltszeitpunkt nicht steuerpflichtig; ihre Anschaffungskosten sind null.
Die häufigsten Fehler bei Bybit-Steuern in Österreich
- Krypto-zu-Krypto-Tausch als steuerpflichtig werten: Im Gegensatz zu Deutschland löst ein Tausch zwischen qualifizierenden Kryptowährungen in Österreich keine Steuerpflicht aus (§ 27b EStG). Steuerpflichtig werden Vorgänge erst beim Verkauf in Fiat-Währung oder beim Tausch in nicht qualifizierende Vermögenswerte.
- FIFO statt gleitender Durchschnittspreis anwenden: Österreich sieht den gleitenden Durchschnittspreis vor, berechnet wallet-weise in EUR. Ein FIFO-Ansatz kann die Steuerlast falsch berechnen, weil er einen anderen Einstandspreis ermittelt.
- Altvermögen und Neuvermögen vermischen: Wer Krypto vor und nach dem 28. Feber 2021 erworben hat, muss zwischen Altvermögen (mögliche Steuerfreiheit nach Haltefrist) und Neuvermögen (27,5 % Sondersteuersatz) unterscheiden.
So exportierst du deinen Bybit-Transaktionsverlauf
- In deinem Bybit-Konto zu den Kontoeinstellungen gehen.
- Self-Export My Account Data (Eigene Kontodaten exportieren) wählen.
- Exporttyp wählen: Transaction Log oder Account Statement.
- Zeitraum wählen - maximal 12 Monate pro Export.
- Export generieren und CSV herunterladen.
- Für mehrere Jahre den Export wiederholen und alle CSVs hochladen.
Da Bybit pro Export maximal 12 Monate abdeckt, musst du für mehrere Steuerjahre mehrere Exporte erstellen. Lade alle CSVs hoch, damit der gleitende Durchschnittspreis korrekt berechnet wird.
Kostenbasis: gleitender Durchschnittspreis in Österreich
Das österreichische Steuerrecht sieht für Kryptowerte den gleitenden Durchschnittspreis (moving average) als Kostenbasis-Methode vor. Dieser wird wallet-weise in EUR berechnet.
Neuer Durchschnittspreis = (Gesamtwert bisheriger Bestand + Kaufbetrag) / (bisherige Menge + neue Menge)
Beim Verkauf wird der Durchschnittspreis als Anschaffungskosten des verkauften Anteils verwendet. FIFO gilt laut EStR als Fallback-Methode. LIFO ist in den österreichischen Steuergrundlagen nicht vorgesehen.
Altvermögen und Neuvermögen: der 28. Feber 2021
Seit dem 1. März 2022 gilt für Kryptowährungen in Österreich ein zweigeteiltes Regime. Kryptowährungen, die am oder vor dem 28. Feber 2021 erworben wurden (Altvermögen), können von der alten 1-Jahres-Spekulationsfrist profitieren: ein Verkauf nach mehr als einem Jahr Haltedauer ist steuerlich begünstigt.
Für alle nach dem 28. Feber 2021 erworbenen Einheiten (Neuvermögen) gilt grundsätzlich der Sondersteuersatz von 27,5 %, sofern keine Sonderkonstellation greift. Eine klare Trennung beider Kategorien ist Voraussetzung für eine korrekte Steuerberechnung.
Weitere Steuerrechner für Österreich
Coinbase · Binance · OKX · Crypto.com · Bitstamp · KuCoin · Gate.io · MEXC · Revolut
Auch verfügbar: alle Steuerrechner für Österreich. Englische Version: Bybit auf Englisch.