Binance-Transaktionen in Österreich richtig versteuern
Binance ist eine der weltweit größten Krypto-Plattformen und in Österreich weit verbreitet. Österreicherinnen und Österreicher, die auf Binance handeln, unterliegen dem § 27 EStG (Einkünfte aus Kapitalvermögen). Gewinne aus dem Verkauf von Neuvermögen (erworben nach dem 28. Feber 2021) werden mit dem Sondersteuersatz von 27,5 % besteuert, unabhängig von der Haltedauer. Ein Krypto-zu-Krypto-Tausch, etwa BTC gegen ETH, ist grundsätzlich kein steuerpflichtiges Ereignis; die Anschaffungskosten des abgegebenen Tokens gehen auf den neuen Token über.
Die häufigsten Fehler bei Binance-Steuern in Österreich
- Krypto-zu-Krypto-Tausch als steuerpflichtig werten: Im Gegensatz zu Deutschland löst ein Tausch zwischen qualifizierenden Kryptowährungen in Österreich keine Steuerpflicht aus. Steuerpflichtig werden Vorgänge erst beim Verkauf in Fiat-Währung, bei der Zahlung mit Krypto für Waren oder Dienstleistungen oder beim Tausch in nicht qualifizierende Vermögenswerte.
- FIFO statt gleitender Durchschnittspreis anwenden: Österreich sieht den gleitenden Durchschnittspreis vor, berechnet wallet-weise in EUR. Ein FIFO-Ansatz kann die Steuerlast falsch berechnen, weil er einen anderen Einstandspreis ermittelt.
- Altvermögen und Neuvermögen vermischen: Wer Bitcoin aus 2019 und 2023 im Portfolio hält, muss zwischen Altvermögen (Spekulationsfrist-Befreiung möglich) und Neuvermögen (keine Befreiung) unterscheiden. Ohne klare Trennung kann weder der Durchschnittspreis noch die allfällige Steuerfreiheit korrekt berechnet werden.
So exportierst du deinen Binance-Transaktionsverlauf
- Auf binance.com mit deinem Konto einloggen.
- Zu Wallet navigieren und Asset-Verlauf öffnen.
- Auf das Export-Symbol klicken (oben rechts).
- Transaktionshistorie exportieren wählen.
- Zeitraum von Kontoeröffnung bis heute einstellen, nicht nur das Steuerjahr.
- Auf Generieren klicken und die CSV-Datei herunterladen.
Ein einziger Binance-Export enthält Spot-Trades, Simple Earn, Launchpool, Ein- und Auszahlungen sowie Konvertierungen. Lade immer den vollständigen Verlauf inklusive Vorjahre hoch, damit der gleitende Durchschnittspreis korrekt aus allen historischen Käufen berechnet wird.
Kostenbasis: gleitender Durchschnittspreis in Österreich
Das österreichische Steuerrecht sieht für Kryptowerte den gleitenden Durchschnittspreis (moving average) als Kostenbasis-Methode vor. Dieser wird wallet-weise in EUR berechnet.
Formel bei Kauf:
Neuer Durchschnittspreis = (Gesamtwert bisheriger Bestand + Kaufbetrag) / (bisherige Menge + neue Menge)
Beim Verkauf wird der Durchschnittspreis als Anschaffungskosten des verkauften Anteils verwendet. Der Gewinn ist Veräußerungserlös minus Anschaffungskosten (nach gleitendem Durchschnitt). FIFO gilt laut EStR als Fallback-Methode. LIFO ist in den österreichischen Steuergrundlagen nicht vorgesehen.
Altvermögen und Neuvermögen: der 28. Feber 2021
Seit dem 1. März 2022 gilt für Kryptowährungen in Österreich ein zweigeteiltes Regime. Kryptowährungen, die am oder vor dem 28. Feber 2021 erworben wurden (Altvermögen), können von der alten 1-Jahres-Spekulationsfrist profitieren: ein Verkauf nach mehr als einem Jahr Haltedauer ist steuerlich begünstigt. Wer Binance seit 2017 oder 2018 nutzt, hat möglicherweise erhebliches Altvermögen im Portfolio.
Für alle nach dem 28. Feber 2021 erworbenen Einheiten (Neuvermögen) gilt der Sondersteuersatz von 27,5 %, unabhängig von der Haltedauer. Eine klare Trennung beider Kategorien ist Voraussetzung für eine korrekte Steuerberechnung.
Simple Earn und Launchpool: steuerliche Einordnung
Ob Erträge aus Binance-Earn-Produkten bei Zufluss steuerpflichtig sind, hängt vom wirtschaftlichen Inhalt ab. Produkte mit Lending-Charakter, bei denen Kryptowährungen wirtschaftlich verliehen werden, führen in der Regel zu Einkünften aus Kapitalvermögen bei Zufluss. Der EUR-Wert im Zuflusszeitpunkt ist Einkünfte und gleichzeitig Anschaffungskosten der erhaltenen Token. Klassisches Staking ist im Erhaltszeitpunkt nicht steuerpflichtig; die Anschaffungskosten der Staking-Erträge sind null.
Bitte wende dich für die konkrete Einordnung deiner Binance-Earn-Produkte an einen Steuerberater oder Wirtschaftstreuhänder.
Binance und die Krypto-MPfG
Das Krypto-Meldepflichtgesetz (Krypto-MPfG), in Kraft seit 1. Jänner 2026, setzt die europäische DAC8-Richtlinie in österreichisches Recht um. Es verpflichtet Krypto-Serviceanbieter, die in den Anwendungsbereich fallen, jährlich aggregierte Nutzerdaten und Transaktionsdaten an das Finanzamt Österreich zu melden. Die erste Meldung für das Kalenderjahr 2026 ist bis zum 31. Juli 2027 fällig. Binance ist eine der weltgrößten Krypto-Plattformen und kann in den Anwendungsbereich des Krypto-MPfG fallen.
Weitere Steuerrechner für Österreich
Auch verfügbar: alle Steuerrechner für Österreich. Englische Version: Binance auf Englisch.